Spruchauslegung


Geistliches Wort zum Monatsspruch Juni 2019

Liebe Leserinnen und Leser, Worte haben oft eine große Wirkung. Wenn jemand freundlich angesprochen und gelobt wird, dann ermutigt ihn das und tut seiner Seele gut.  Wenn jemand dagegen angeschrien wird oder mit Worten vor anderen erniedrigt oder bloß gestellt wird, dann verletzt ihn das und dann kann das tiefe Wunden in seiner Seele hinterlassen. Wie sagt ein altes Sprichwort: "Wie man in den Wald hinein ruft, so hallt es wieder heraus." 

Worte können aufbauen, ermutigen, heilsam wirken. Sie können Ausdruck der zärtlichen Liebe, der guten und treuen Freundschaft, der Anerkennung und des Wohlwollens sein. Worte können aber auch weh tun, sehr schmerzhaft sein, verletzend wirken und Ausdruck von großer Abneigung, erbitterter Feindschaft, Verachtung und Geringschätzung sein. Hass, Neid oder Eifersucht sind häufig die Gefühle, die sich hinter bösen Worten verstecken.  Wenn Gutes gesagt wird, dann wird das in der Regel eine positive Wirkung haben. Wenn aber Schlechtes und Böses geredet wird, dann kann die Wirkung nur negativ und im Extremfall verheerend sein.  Der Verfasser der Sprüche, aus dem unser Wort für den Monat Juni stammt, hat über die große Wirkung menschlicher Worte Bescheid gewusst Er hat damit bestimmt auch die eine oder andere gute und schlechte Erfahrung gemacht. Deshalb lautet sein Hinweis und sein Rat an die Menschen seiner Zeit und an uns: "Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder."  Eines müssen wir uns dazu klar machen: Worte, die einmal ausgesprochen sind, lassen sich nicht wieder einfangen! Wenn man jemandem eine Beleidigung an den Kopf geworfen hat und dabei Ausdrücke gebraucht hat, die unter die Gürtellinie gegangen sind, dann wird er oder sie das vielleicht irgendwann verzeihen, aber es zugleich niemals wieder vergessen! Deshalb sind wir gut beraten, auf unsere Worte Acht zu geben! Gerade auch bei der Erziehung unserer Kinder und Enkel ist das wichtig! Denn in unserer Zeit werden verletzende Worte oft leichtfertig in den Mund genommen! Es gibt eine Inflation bei der Wahl von gemeinen Ausdrücken und infamen Beleidigungen. Dem Frieden und dem guten Auskommen miteinander dient das aber nicht! Und mit der Nächstenliebe, die Jesus uns ans Herz gelegt hat, hat das auch nichts zu tun! 

Bemühen wir uns also lieber ganz im Sinn unseres Monatsspruches um gute Worte und freundliche Reden, dann wird das auch gute Folgen und heilsame Wirkung haben. 
 
Mit herzlichem Gruß, 

Ihr Pfarrer Peter Stier