Rügerrieth - Gottesdienste

Rügerrieth-Gottesdienst Pfingstmontag 2022

Etwa 200 Gläubige kamen nach zwei Jahren Pause zum traditionellen ökumenischen Freiluftgottesdienst am Flurdenkmal im Rügerrieth zusammen. Gemeinsam zelebrierten die Pfarrer Sebastian Roth (Obernbreit), Paul Häberlein (Mainbernheim) und Peter Stier (Marktsteft) sowie Diakon Peter Walter (Iphofen) und der Gottesdienstbeauftragte für die Pfarreiengemeinschaft St. Benedikt, Eugen Reifenscheid, den Gottesdienst mit dem Leitwort "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes".

Pfarrer Roth ging in seiner ersten Predigt auf die vom Himmel kommenden Sonnenstrahlen ein und was sie von der Ehre Gottes erzählen. Pfarrer Häberlein ergänzte die Bedeutung von Orten, wo sich Himmel und Erde begegnen und nannte beispielhaft die frisch renovierte Kirche in Obernbreit, deren Kirchengemeinde auch die Kollekte zufallen sollte.

Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert (Willanzheim), ihre Kollegin Susanne Knof (Obernbreit) sowie die Bürgermeister Peter Kraus (Mainbernheim) und Thomas Reichert (Marktsteft) sprachen die Fürbitten. Kraus beschrieb die Rügerrieth-Gottesdienste zudem als Glanzlichter im Jahreslauf vieler Menschen, denn es sei ein Gottesdienst in freier Natur und im Angesicht des Kreuzes. Der Gottesdienst solle auch als Möglichkeit der Begegnung gesehen werden. Er dankte allen Beteiligten des Kultur- und Heimatvereins Rügerrieth und dessen Vorsitzenden Ludwig Döppert, den vereinigten Posaunenchören der Kirchengemeinden und allen Helferinnen und Helfern.

Text und Bild: Gerhard Bauer (Main-Post) 

Bis zu 600 Menschen zieht es jedes Jahr an Pfingstmontag nach Rügerrieth. Was hat es mit diesem Ort eigentlich genau auf sich?

Rügerrieth (zumeist Das Rügerrieth genannt) ist eine Wüstung auf der Gemarkung der Stadt Mainbernheim.  Das Dorf wurde bereits im 15. Jahrhundert aufgegeben. Wahrscheinlich zwang die wirtschaftliche Lage die Bewohner zum Verlassen des Siedlungsplatzes. Bis heute wird allerdings ein Rügerriether Bürgermeister aus der Nachkommenschaft der ehemaligen Bewohner und der heutigen Eigentümer der Flur gewählt.

Man nennt das Rügerrieth auch "ein versunkenes Dorf". Das einzige Gebäude, das noch erhalten ist, ist eine alte Schafscheune. So manche Sage rankt sich um dieses Dorf: Ist es ein Ort, der wegen seiner schlechten sumpfigen Böden, also aus landwirtschaftlichen Gründen, aufgegeben wurde? Ist es ein Ort, der im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde und dann nicht wieder aufgebaut wurde? Oder ist es ein Dorf, bei dem die Herrschaft zu viel Steuern verlangt hat, so dass er nach und nach von den verarmten Bauern verlassen wurde? Keiner weiß das so genau.

Die Kirchengemeinden Michelfeld, Mainbernheim, Obernbreit und Willanzheim laden immer an Pfingstmontag ins Rügerrieth zum ökumenischen Gottesdienst ein -unter Mitwirkung der vereinigten Posaunenchöre und der Rügerriethgemeinschaft- . Nach dem Gottesdienst gibt es immer einen Imbiss.